¡Olé! Mit Baby in Spanien - 5 kuriose Unterschiede in der deutsch-spanischen Baby-Kultur

Aktualisiert: Mai 17


Du träumst davon in der Sonne, unter den Palmen, direkt am Meer mit Deinem Baby zu leben? Oder Du oder Dein Partner wurden gar unfreiwillig beruflich nach Spanien versetzt und jetzt erwartest Du dort Dein Kind?


Hier erfährst Du mit welchen Kuriositäten Du rechnen musst, wenn Du mit Kind in Spanien lebst. Denn eins ist gewiss, es gibt nicht nur Unterschiede in der Temperatur und den Speisen...


Fangen wir ganz trocken mit den Gesetzen an. Wer in Spanien lebt, genießt leider nicht den Luxus eines 8-wöchigen Mutterschutzes oder einer bezahlten 12-monatigen Elternzeit. Mütter müssen theoretisch bis zum letzten Moment vor der Geburt arbeiten und kehren bereits vier Monate nach Geburt wieder Vollzeit in die Arbeit zurück.


Ja, welch Unterschied. Wen wundert es da, dass viele Mütter erst gar nicht versuchen Ihre Kinder voll zu stillen. Wie soll das auch funktionieren, wenn man bereits nach vier Monaten wieder abstillem muss. Zudem besteht auch der hartnäckige Mythos in Spanien, dass Frauen meist eh zu wenig Milch haben, weshalb sie sehr oft bereits von Anfang an mit dem Fläschchen zufüttern. Ein Mythos, der sich bereits über Generationen hält.


Lebst Du also in Spanien, wirst Du Babies ab 4 Monate überwiegend mit deren Großeltern im Park antreffen, denn eine Mutter, die zu Hause bleibt, um nur um die Kinder zu sorgen, ist ein Luxus, den sich nicht viele leisten können.


Beim Thema Park komme ich gleich zum nächsten kuriosen Unterschied...


Im Park triffst Du, wie gerade erwähnt, eher die Großeltern an. Stell Dir nun folgende Situation vor. Du hast Dich im Park zum Yoga verabredet und Dein Kind liegt im Kinderwagen neben Dir. Das Baby fängt an zu schreien. Und was jetzt passiert, ist einfach unglaublich. Es wird keine 3 Minuten dauern und eine besorgte Großmutter wird sich Deinem schreiendem Kind nähern und Dich bestenfalls fragen, ob sie nicht etwas spazieren gehen kann, im Normalfall schiebt sie einfach los mit den Worten: „Bin gleich wieder zurück.“


Ja, richtig, zuerst denkst Du, Dein Kind wird entführt, aber dann merkst Du, dass sie Dir einfach nur helfen möchten und Kinder über alles lieben. Es geht sogar noch weiter. Einmal habe ich eine ältere Frau sagen gehört „Ich würde alles Geld der Welt geben, um ein Baby MIETEN zu können. Genauso wie man für eine Wohnung Miete zahlt, sollte man auch Kinder mieten können.“ Verrückte Welt? Ja, das sehe ich auch so.


Die Menschen, vor allem die ältere Generation, sind in Spanien wirklich sehr kinderlieb. Stets wird Kindern zugewunken, sie werden liebevoll gekniffen oder, was ich persönlich gar nicht mag, es wird nach Ihren Fingerchen gegriffen und über den Altherren-Bart gestrichen.


Kommen wir nun zum dritten Punkt, das Essen. Bis zu 6 Monate wird das Kind ja entweder ausschließlich gestillt oder mit dem Fläschchen ernährt (oder beides). Dann startet man langsam mit der Beikost. Doch womit fängst Du an?


Mit der Pastinake, wie es in Deutschland empfohlen wird? Mit den Karotten und den Kartoffeln? Nicht ganz sicher? Dann fragen wir doch eine spanische Omi im Park. Oh, was sagt sie da? Mit Brei sollen wir starten? Mit Getreidebrei. War das nicht das letzte, was man in Deutschland einführt? Na ja, sie werden schon wissen, was sie sagen. Du entscheidest Dich also mit dem Getreidebrei zu starten und gehst zum Supermarkt und kaufst Dir einen.


Die Wahl ist leicht, denn es gibt nur zwei Sorten, nicht wie in Deutschland, wo Du förmlich erschlagen wirst mit der Auswahl an Breiarten. Mit dem Brei zurück zu Hause wird es aber erst richtig interessant. Steht da doch auf der Packung, Du kannst ihn nur mit Milch anrühren. Nicht mit Kuhmilch natürlich, sondern mit der Flaschenmilch oder mit Muttermilch. Ähm, also Ärmel hoch und Milch pumpen und die dann direkt in den Brei damit. Viel Spaß.


Frägst Du jedoch spanische Ärzte, vor allem die jüngeren, werden sie Dir raten mit Obst, als Beikost zu starten. Einfach mit Banane, Äpfel, Birnen oder Orangen. Hm... hatte ich nicht in Deutschland gehört, dass man das genau nicht machen sollte?


Wie Du siehst, wird das Thema Essen sehr kontrovers im Vergleich zu Deutschland diskutiert. Da sieht man wieder, je mehr Menschen und Kulturen involviert, desto unterschiedlicher die Meinungen. Aber letztendlich entscheidest Du, mit was Ihr startet. Meinem hat es jedenfalls nicht geschadet mit Obst anzufangen, gefolgt von Gemüse und am Ende erst die Papilla, also der Getreidebrei.


Wenn wir schon beim Thema Essen sind, kommen wir zum nächsten sensiblen Unterschied in der deutsch-spanischen Baby-Kultur: Das Ausgehen.


Abendessen gibt es ja bekanntlich in Spanien nicht vor 21h, eigentlich isst man zwischen 22h bis 24h. Und was macht man mit dem Baby? Richtig, das kommt mit. Eine Familie mit Kind und Kegel nach 1h morgens die Stadt durchqueren zu sehen, ist am Wochenende keine Seltenheit. Wie sehr ich über die Deutschen schmunzel, wenn sie nervös werden, wenn das Kind um 19.30h noch nicht im Bett liegt.


Kommen wir zum letzten kuriosen Unterschied der deutsch-spanischen Baby-Kultur. Wie erkennst Du eigentlich, ob Du einen Jungen oder ein Mädchen vor Dir hast? An der rosa oder der blauen Kleidung meinst Du? Und wenn das Baby nun aber grün, gelb oder beige trägt?


Ganz einfach, schau Dir die Ohrläppchen genauer an. Mädchen erhalten oft bereits wenige Stunden oder Tage nach Geburt Ohrringe. Hast Du also ein Mädchen in Spanien und entscheidest Dich keine Ohrlöcher im Krankenhaus zu stechen, kannst Du Dich darauf gefasst machen, immer wieder gefragt zu werden, ob es ein Junge ist, auch wenn das Baby ein Kleid trägt und eine Haarspange hat.


Auf welche Unterschiede bist Du noch gestoßen? Schreibe mir Deine Gedanken zu diesem Thema.


Lebst Du im Ausland und hast gerade Dein Baby bekommen? Dann ist unsere Online Krabbelgruppe genau das Richtige für Dich.

5 Ansichten

Copyright © 2020 Bradford Goerss                                                                    Impressum     Datenschutz